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Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Wenn Geldverdienen krank macht

Stressbedingte Erkrankungen und psychische Beschwerden sind das große Thema unserer Zeit, seit Mitte der neunziger Jahre steigt die Anzahl der Krankentage aufgrund psychischer Krankheitsbilder wie Depressionen. Die Gründe dafür sind vielschichtig und lassen sich nicht nur auf die Arbeitswelt zurückführen. Trotzdem gilt: Stress und psychische Beschwerden stehen im engen Zusammenhang und der Job ist für viele Menschen der Stressauslöser Nr. 1. Komplexer werdende Anforderungen, Termin- und Leistungsdruck, die gleichzeitige Bearbeitung verschiedenartiger Aufgaben (Multi-Tasking) und Konflikte am Arbeitsplatz sind immer öfter die Ursache dafür, dass Gesundheit und Wohlbefinden leiden. Wie können wir gegensteuern?

Bild: © Corbis
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Arbeit kann eine Quelle der Gesundheit sein, dem Leben Ziel und Sinn geben, Befriedigung, soziale Kontakte und Erfolgserlebnisse garantieren. Sie kann unter bestimmten Bedingungen aber auch krank machen. Psychosozialen Risiken und arbeitsbedingtem Stress kommt dabei eine zunehmende Bedeutung zu. Wer oder was ist es, das uns da stresst?

Auf Platz 1 der Stressauslöser im Job steht laut dem Stressreport Deutschland 2012. (Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA) (2012)) Multi-Tasking. 58 Prozent der Erwerbstätigen geben an, dass ihre Arbeit häufig die gleichzeitige Bearbeitung verschiedenartiger Aufgaben verlangt und sie sich deshalb gestresst fühlen. Starker Termin- und Leistungsdruck (52 Prozent) und ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge (50 Prozent) folgen auf der Top-10-Liste der häufigsten Stress-Auslöser. Aber auch Lärm, soziale Konflikte, unklare Aufgabenzuteilungen, mangelnde Anerkennung, Über- und Unterforderung oder die Angst vor Arbeitsplatzverlust können unserem seelischen Wohlbefinden zusetzen und auf Dauer zu Störungen des seelischen Gleichgewichts führen. 

Chronischer Stress: Auswirkungen auf Körper und Psyche

Ein paar Tage, notfalls auch Wochen, können wir mit Stress, Druck und mehr Aufgaben, als wir bewältigen können, umgehen. Kommen aber immer neue Stressreize hinzu oder hält der hohe Druck an, steigt das gesundheitliche Risiko. Dauerstress macht anfälliger für körperliche und seelische Krankheiten. Das Spektrum möglicher gesundheitlicher Folgen reicht von körperlichen Beschwerden wie Rücken- und Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder Magenproblemen bis zu psychosomatischen Beschwerden und Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen. 

Wie können wir uns schützen?

Bleibt die Frage: Wie kann man vorbeugen? Hier sind auch die Unternehmen gefragt: Soziale Konflikte unter Kollegen sollten erkannt und geklärt werden, damit Mobbing gar keine Bühne bekommt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann zum betrieblichen Statement werden und dadurch zu größerer Mitarbeiterzufriedenheit führen. Flexible Arbeitszeiten sind dafür ein guter Weg. Überlastung und Arbeitsdruck, aber auch Monotonie und Unterforderung sollten im Sinne gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen thematisiert und z. B. durch Veränderungen in der Arbeitsorganisation Abhilfe geschaffen werden. 

Gleichzeitig gehört die Fähigkeit zu einem gesunden Umgang mit Stress zu den wichtigsten persönlichen Kompetenzen unserer Zeit. Stressmanagement heißt das Zauberwort, um die Psyche vor Überforderung zu schützen.
 
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Tipps für mehr Wohlbefinden 

Gegen arbeitsbedingten Stress gibt es kein Patentrezept. Dennoch hat jeder viele Möglichkeiten, den Stresspegel nicht weiter in die Höhe zu treiben oder zu reduzieren. Nicht jede Maßnahme ist dabei für jeden gleich gut geeignet. Probieren Sie aus, was Ihnen hilft und kombinieren Sie unterschiedliche Elemente miteinander, um Ihre ganz persönliche Bleib-Gesund-Strategie zu entwickeln. 

Ausgleich schaffen: Je größer die Belastung, desto wichtiger ist der Ausgleich. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich selbst, für Entspannung, Sport, Freude und Genuss.
Selbstorganisation und Zeitmanagement: Gute Planung macht den Arbeitsalltag stressfreier, hilft, Prioritäten zu setzen und Wichtiges vom Unwichtigem zu trennen.
Grenzen zwischen Arbeit und Privatem ziehen: Lassen Sie Ihre privaten Probleme zu Hause und Ihre beruflichen Probleme auf der Arbeit! Nutzen Sie den Arbeitsweg als Puffer, um sich auf das jeweils Bevorstehende einzustimmen. Außerdem wichtig: Erreichbarkeit einschränken, Auszeiten einplanen, Qualitätszeit offline verbringen.
Nein sagen: Wer seine Belastungsgrenze kennt und sich traut, angesichts überzogener Anforderungen auch mal „Nein“ zu sagen, lebt gesünder. Nein sagen und seine Grenze ganz klar definieren ist ein Muss, wenn es um Mobbing oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geht. 
Bewusst abschalten:´Auszeiten sind wichtig - versuchen Sie in Ihrer Freizeit Aktivitäten zu planen die nichts mit ihrer Arbeit zu tun haben. 
Multitasking vermeiden: Konzentrieren Sie sich jeweils nur auf eine Sache und gehen dann zur nächsten über. Denn wer mehrere Dinge zugleich erledigen will, verzettelt sich leicht, die Fehlerquote steigt, die Konzentration lässt nach. 
Stress thematisieren und nach Lösungsmöglichkeiten suchen: Niemand ist unbegrenzt leistungsfähig und kann rund um die Uhr Höchstleistungen bringen: Sind Sie dauerhaft gestresst, empfiehlt es sich, das Gespräch zu suchen, z.B. mit dem Chef oder dem Abteilungsleiter. Oft helfen schon kleine Veränderungen in der täglichen Routine, um Überforderung zu vermeiden.
Sport und Bewegung: Sport ist ein wahrer Stresskiller, der Stresshormone in Muskelkraft umsetzt und dadurch abbaut und die psychische Widerstandskraft stärkt. Ob beim Betriebssport oder privat – nuten Sie die Möglichkeiten, sich zu bewegen.  
Gute Beziehungen: Gute Kontakte zu den Kolleg*innen, gegenseitige Unterstützung, Hilfe annehmen und anderen zu helfen, sind Quellen seelischen Wohlbefindens. Mit unserem Verhalten und Handeln haben wir großen Einfluss darauf, wie sich unsere zwischenmenschlichen Beziehungen gestalten: Teamfähigkeit, Kommunikationsbereitschaft, Konfliktfähigkeit –soziale Kompetenzen kann man stärken.  

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